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 | Trekkingtour 2002 |
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Vater-Kind-Trekkingtour-2002
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Auf dem Weg zur Donau
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1. Tag Sigmaringendorf - Scheer
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Eigentlich wollten wir auf die Moldau, aber das war wegen Hochwasser nicht möglich. Die Ardeche ist von Unwettern geplagt, der Bodanrück wäre zu langweilig, also landen wir wieder einmal an der Donau. Um 10.15 Uhr wollten wir uns am Petershauser Bahnhof treffen. Überpünktliche waren allerdings schon um 9.00 Uhr da! Trotz viermaligem Umsteigen hatten wir in jedem Zug innerhalb kurzer Zeit einen Waggon für uns alleine - warum nur? Geführt von unserem Scout begaben wir uns ans Ufer der Donau, wo wir vor drei Jahren unsere Floße zusammengezimmert hatten, und warteten auf Hans. Aufziehende Regenwolken ignorierten wir. Nachdem die Boote abgeladen waren brachten Hans und Frank die Autos zu unserem ersten Lagerplatz während die ungeduldige Meute losfuhr. Regen, schöne Landschaft, keine Frauen, keine Konflikte. Kanufahren geht viel schneller als Floßfahren. Ankommen, Lagerfeuer, Zeltaufbau, Holzholen. Begegnung mit dem Gutsherrn, der Hondaberitten freundlich und wortreich erzählte, er sei Leibwächter, Geschäftsführer Security- Service, Aufsichtsrat einer Tabakfirma, Nudelhersteller (oder Nudelbesitzer?), Vater einer 7-Jährigen Tochter. Er ist blond, wie Hans vor vier Jahren (nur Hans ist nicht so fett). Er hat uns die Stangen gehalten (3) und beim Holzholen geholfen. Er hat uns eine Holzlieferung versprochen, auf die wir um Mitternacht immer noch warten. Leider verließ er uns zu früh, Schweinefilet bekam er keines.
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2.Tag Scheer – Hundersingen 01.09.2002
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Frühstück mit Kartoffeln und Speck. Einwassern und warten auf Hans. Immer noch warten wir auf die Holzlieferung. Beim Warten aufkommender Frust wurde mit kauen der Kekse aus dem Tagesproviant überbrückt. Beim einwassern hatten 40% Kopfschmerzen, beim auswassern 80% und es war diesmal kein „Kleiner Feigling“ dabei. Ein Virus wütete unter uns. Die Flussstrecke war für manche anspruchsvoll, andere hatten einfach Glück. Manche fuhren die Stromschnellen quer oder rückwärts. Steffi wurde aus dem Kanu geschleudert, konnte aber zum glück sofort wieder aus dem Wasser gezogen werden. In der Mittagspause entfachten wir ein Lagerfeuer um uns zu wärmen. Kekse gab es leider keine mehr. Die Krönung der Etappe war die „halbe Eskimorolle“ von Wolf mit dem Kajak. Lageraufbau. Essenkochen. Gas leer - kochen über dem Lagerfeuer geht sowieso schneller. Das Essen war sehr gut und reichlich. Um 21.00 Uhr waren mehr Kinder als Väter wach. Um 23.00 Uhr gingen die letzten nach Genuss der Neulieferung Rotwein ins Bett.
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3.Tag Hundersingen – Binzwangen 02.09.2002
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Wecken um 8 Uhr. Rainer bekommt einen neuen Schlafsack, der Alte war Sch... Isomatte usw. mussten geputzt werden. Sein Sohn war in der Nacht beim Pinkeln in eine „Tretmine“ getreten. Bootstransport über zwei Wehre. Langwieriges Einwassern. Der Einbootversuch von Uwe wird zum U-Bootversuch. In flotter Strömung bewegen wir uns schnell flussabwärts bis auf Jochen, der mit Hans´ Hilfe oftmals in den Weidenbüschen landet. Auch Frank rasierte die Weiden. Mittagspause mit flackerndem Feuer, ersten Sonnenstrahlen und einer verspielten Spitzmaus in Rainers Schuh.
Danach noch römische Gummibärchenausgabe. Ein Silberstreif am Horizont: Blauer Himmel. Mit Endspurt bewegen wir uns zu unserem dritten Lagerplatz, nichtahnend, dass er mückenverseucht ist. Die ganz Harten baden vor dem Abendessen bei mäßigem aber trockenem Wetter. 03.09.2002 4.Tag Binzwangen – Zwiefaltendorf
Aufstehen, frühstücken und warten auf Hans. Stockbrotstöcke werden geschnitzt, 8 Kilo Teig geknetet. Das Einwassern von Wolf über eine Betontreppe war sehenswert. Nach kurzer Strecke hat Hans Guido und Familie brutal versenkt. Mit einer scheinbar wohlwollenden Aktion hat Hans sie dann gerettet. In solidarischem Akt kenterte Wolf ebenfalls. Am Riedlinger Wehr wurden die nassen Kleider ausgewrungen. Mittagspause mit Stockbrot, soviel, dass man das Feuer zeitweise gar nicht mehr sehen konnte. Es gab verschiedene Versuche aus Stockbrotteig kulinarische Genüsse herzustellen. Die Kinder sammelten Knochen auf einer Kiesbank. Danach war es eine wunderschöne Tour durch Bögen, Haine und harmlose Stromschnellen. Vier Jugendliche, die wir überholten, begannen eine Wasserschlacht. Sie wurden an Hans verwiesen, der zuerst flüchtete, später aber die Jugendlichen mit wenigen Paddelschlägen so nass machte, dass sie bei der nächsten Gelegenheit ans Ufer mussten, um das Boot auszuleeren. Bei Sonnenschein landeten wir an, trockneten die nassen Kleider, relaxten und schrieben unter klarem Sternenhimmel unser Tagebuch.
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4.Tag Zwiefaltendorf – Rechtenstein 04.09.2002
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Morgenrot, anschließend Frühnebel, dann kam die Sonne. Nach langer Diskussion, ob wir einen Tag Pause machen oder weiterpaddeln sollen legen wir um halb zwölf ab, um das gute Wetter zu nutzen. Zur Kindererheiterung kenterte Wolf vor der Abfahrt. Nach etwa 3 km kamen wir an einen wunderschönen Platz. Nach der Mittagspause beschlossen wir hier zu bleiben. Das Wetter ist auch nicht das, was es ´mal war: Wegen einem Gewitter müssen wir die mühsame Schreibarbeit unterbrechen, die Zeltkonstruktion kontrollieren und ein Hilfsaufenthaltszelt bauen. etzt weiter: Der Nachmittag war schön. Während Hans, Robby, Wolf und Frank mit dem Kanu flussabwärts fuhren um die vorgestellten Autos zurückzuholen, spielten die Kinder probierten verschiedene Boote aus, holten im Wald Holz oder relaxten einfach. Nach dem wie immer schmackhaften Abendessen wurde für die ganz unerschrockenen Kinder eine Donau – Nachtfahrt angeboten. Am Lagerfeuer überraschte uns dann ein Gewitter. Beim ersten Donnergrollen lagerten unsere Pfadfinder alle herumliegenden Kleidungsstücke unter einer Plane und verschwanden dann im VW-Bus, um dort zu nächtigen. Zuerst fielen Bemerkungen wie Feiglinge etc. später bemerkten wir, dass sie die Zeichen des Himmels richtig gedeutet hatten: Das erste Gewitter zog an uns vorbei, das zweite traf uns frontal. Vier Väter, die noch wach waren checkten noch einmal die Zelte, zogen die Bodenplanen nach oben, retteten Rainer im Zelt vor dem Ertrinken und wurden bei ihrem selbstlosen Einsatz klatschnass. Jochen versuchte noch sich und seine Klamotten am neu entfachten Feuer zu trocknen als das nächste Gewitter losfegte. In der Nacht erbrachen zwei Kinder. Ein Virus war schuld.
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5-6.Tag Rechtenstein 05.09.2002
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Die Sonne kitzelt uns gegen 8.00 Uhr. Die ganze Nacht hatte es geregnet. Jetzt war es trotz allem schön warm. Nach dem Frühstück spannten wir ca. 50 m Wäscheleine um nasse Schlafsäcke und Kleider zu trocknen. Ausgerechnet bei einem selbstlosen Helfer war letzte Nacht ein Wassereinbruch ins Zelt! Wolfs Kameraausrüstung wurde am Vorabend übersehen und musste getrocknet werden. Nach dem Frühstück sah man nackte (hocherotische) Männer sich in den Fluten wälzen. Frisch gewaschen begab sich die „aktive Gruppe“ auf eine Wanderung, während die „faulen“ auf dem Zeltplatz blieben. Die erstgenannte Gruppe besichtigte die Burg Rechtenstein, das Wehr im Dorf und die Dorfkneipe. Auf dem Zeltplatz wurden aus Bierbänken Wasserrutschen gebaut. Es folgte ein mehrstündiges Barbecue von15.00 bis 21.00Uhr. Beim Salatwaschen versenkten unsere Mädels das Salatsieb in der Donau. Insgesamt halfen die Kinder bemerkenswert oft bei der Essenszubereitung. Guido und Peter bauten einen Riesengrill über der Feuerstelle. Es gab: Fisch, Lachs, Bauchspeck,, Chickens, Pute, Kartoffeln... Manche nutzten die Zeit auch um den gegenüberliegenden Berg zu erklimmen und die grandiose Aussicht auf das Lager zu genießen, oder einfach um zu telefonieren, im Lager hatten wir kein Handynetz. Plötzlich trieb eines unserer Boote vom Platz weg. Selbstlos sprangen drei Kinder hinterher. Leider ohne Schwimmweste. Zum Glück gibt es aufmerksame Väter.. Halbe Eskimorollen gab es auch wieder zu bewundern. Sehenswert war, wie Rolf versuchte ins schwimmende Kajak einzusteigen, was natürlich nicht gelang, weil es nahezu unmöglich ist. Der Zeltplatz ist durch eine Eisenbahnlinie von der Außenwelt getrennt. Es gibt nur einen immer geschlossenen Bahnübergang mit Rufanlage, die wohl von jedem einzelnen Kind ausprobiert wurde. Hans fuhr heute am Bahnhof vorbei, um sich bei der immer netten Bahnwärterin mit einer Flasche Wein zu bedanken. Rolf wurde im Dorf von der Bürgermeisterin zum telefonieren eingeladen, weil es in Rechtenstein keine Telefonzelle mehr gibt. Sie Wünschte uns noch viel Spaß und eine mückenfreie Zeit. In der Abenddämmerung saß am gegenüberliegenden Donauufer ein Pärchen auf einer Bank. Hans zog sich aus um sich zu waschen. Er hatte die beiden nicht gesehen. Als er nackt im Wasser stand begannen unsere Nachbarn zu streiten. Vermutlich wollte SIE noch bleiben, ER aber gehen... Am Ende gingen sie in verschiedene Richtungen davon. Bei der Allabendlichen Tagebuchrunde fängt es wieder an zu regnen, hört aber bald wieder auf. Bei Franks Witzerzählungen ist es heute fast unmöglich zu schreiben!
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7. Tag Rechtenstein – Munderkingen 06.09.2002
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Zum Frühstück gab es die restlichen Weißwürste. Nachdem die Bisamratte, die wir die Tage zuvor ein paar Mal beobachtet hatten, wohl ein genüssliches Nachtmahl hatte. Für uns blieb nur der Rest der eingeschweißten Würste, die zum Kühlen im Wasser lagen. Zur Belustigung aller gab es heute 5/8 Eskimorollen von Wolf. Das Spiel „warten auf Hans“ wurde heute verändert: wir fuhren zum ersten Wehr und umtrugen es, bis Hans eintraf. Beim Umtragen gab es verschiedene Varianten: Wolfi und Tina trugen mit kleinen technischen Hilfsmitteln zwei Boote auf einmal während vier Väter mit einem Boot Kämpften. Auf diese Weise „wanderten“ alle16 Boote am Wehr vorbei. Das zweite Wehr an diesem Tag war einfacher zu bewältigen. Über das Schrägwehr zogen wir die Boote, der anschließende Kanal war trotz einiger Steine befahrbar. Die Mittagspause unter einer Autobahnbrücke musste verschoben werden, weil unsere Vorhut zu weit vorausgeeilt war. Dafür war unser Vesperfass nach der verspäteten Mittagspause total leer. Die Väter schliefen, die Kinder spielten, und als sie anfingen zu streiten fuhren wir weiter. Jirka betätigte sich als Flusspirat und klaute allen während dem Paddeln die Mützen. Felix´ Mütze konnte er nicht erwischen, so klaute er Felix mit Mütze unter dem Arm aus Wolfis Kanu. Stefania, die im gleichen Boot saß kicherte bis zum Anlegen. Nach dem Anlegen mussten die Kanus geputzt werden. Verschiedene Väter begannen eine Wasserschlacht oder putzten ihre Kinder mit eimerweise Wasser. Die generalstabsmäßige Organisation bei Zeltaufbau und Essenkochen beeindruckte unsere Nachbarn, auf deren Wiese wir lagerten. Das Nachbarsmädchen spielte mit unseren Kindern und für viele von uns war es die erste Berührung mit der Zivilisation seit einer ganzen Woche. In der Abendrunde wurden die Erlebnisse der Woche besprochen. Es war sehr harmonisch, gab keinen Streit und die Tour war glänzend organisiert, obwohl Hans für die Organisation nur eine knappe Woche Zeit hatte. Im nächsten Jahr wird Hans wohl mehrere Vater – Kind- Touren veranstalten. In der Nacht erkrankten acht Kinder an dem o.g. Virus. Die wenigen Väter, die im Kinderzelt nächtigten schliefen sehr wenig.
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8. Tag Abreisetag Munderkingen – 07. 09.2002
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Nach dem Zusammenpacken gingen wir zu Fuß zum Bahnhof. Dort erfuhren wir, dass die Bahnlinie gesperrt ist und ein Ersatzbus eingesetzt wird. Unsere Kinder mit dem nervösen Magen überstanden die Fahrt gut. In Mengen hatten wir eine Stunde Aufenthalt, weil der Zugfahrplan einen Fehler enthielt. Wir nutzten die Pause zum Mittagessen. Im Zug wurden wir oft interessiert von Mitreisenden angesprochen, die es bemerkenswert fanden, dass Väter mit ihren Kindern derartige Reisen unternehmen.
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Das Tagebuch als PDF-File
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Tagebuch der Vater-Kind-Trekkingtour 2003 [984 KB]
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